Dr. Monika Hein: Empathie ist Freundschaft 2.0 – Montagshappen
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Dr. Monika Hein: Empathie ist Freundschaft 2.0

Wenn Freundschaften sich entwickeln, geschieht das häufig, weil wir uns in ähnlichen Situationen befinden. Die Sympathie zwischen zwei Menschen entsteht, weil zum Beispiel beide Schwierigkeiten mit dem Partner haben, ihnen der Job nicht gefällt oder das kranke Kind zuhause beiden große Sorgen bereitet. Die Lebensumstände des jeweils anderen sind für das Gegenüber leicht nachzuvollziehen. Viel schwieriger wird es, wenn wir in Freundschaften an einen Punkt gelangen, an dem wir uns in völlig anderen Lebensumständen befinden. Dann müssen wir uns nicht nur sympathisch sein, sondern auch empathisch miteinander umgehen. Und das ist häufig gar nicht so leicht.

Andere Umstände, andere Freunde

Denn sobald wir nicht mehr nachvollziehen können, was unser Gegenüber erlebt, können wir nur vermuten, wie es dem anderen geht. Wir können nicht mehr von uns selbst auf unsere Freunde schließen. So ist es kein Wunder, dass viele Freundschaften auseinandergehen, wenn sich die Lebensumstände ändern. Wir suchen und finden dann häufig Menschen, mit denen wir dieselben Themen teilen. Schaffen wir es aber, auch über Verschiedenheiten hinaus befreundet zu bleiben, sind wir uns nicht nur sympathisch, sondern gehen auch empathisch miteinander um. Das ist die Geburtsstunde von Freundschaft 2.0 in der wir sagen: „Auch wenn es nicht mein Problem ist, fühle ich, was du brauchst.“

Konvergent oder divergent – das ist hier die Frage

Das kann zum einen bedeuten, dass wir ganz tief mit in die Thematik des Freundes eintauchen. Damit bestätigen wir das Thema und das kann unter Umständen dazu führen, dass wir sich Frust und Probleme noch verstärken. In diesem Fall spricht man von konvergenter Empathie. Zeigen wir unserem Gegenüber einen anderen Weg, eine andere Sicht auf die Dinge, bieten wir ihm einen Ausweg aus der Situation an. Hier sprechen wir von divergenter Empathie.

Was brauchst du von mir?

Die große Herausforderung ist es in Freundschaften den Weg zu gehen, der für den anderen in der jeweiligen Situation der richtige ist und zu fühlen: Was brauchst du gerade von mir? Das kann in einem Fall bedeuten, dass man gemeinsam in die Situation eintaucht und sich in Rage redet, weil es nur darum geht, Stress und Frust über die Kommunikation abzubauen. Ein anderes Mal finden wir dadurch einen gemeinsamen Weg aus einer unangenehmen Lage. Diese Fähigkeit den anderen und seine Bedürfnisse zu spüren, ist Freundschaft 2.0.

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