Internationaler Tag des Kusses

5 Fragen an Marina Zubrod zum Thema “gemeinsam leben und arbeiten”

 

Marina Zubrod und ihr Ehemann Jan arbeiten beide in der eigenen Beraterfirma und gründeten das Naturkosmetik-Label Matica Cosmetics. Im Montagshappen-Interview erzählt sie, wie gemeinsam leben, lieben und arbeiten funktionieren kann.

1. Sie haben gemeinsam mit Ihrem Mann eine Beratungsfirma gegründet und nun auch noch ein Naturkosmetik-Startup. Geht das gut?

Vor ein paar Jahren war es schwieriger für uns. Jan war selbständiger Gastronom  und ich Angestellte mit viel Verantwortung und Reisetätigkeit. Das führte dazu, dass wir sehr häufig in getrennten Welten denken und arbeiten mussten, ohne einander wirklich helfen zu können. Wir waren durch und durch fremdbestimmt. Rückblickend fühlten wir uns dabei sehr einsam. Umso einfacher ist es nun für uns: Es wird im „Wir“ gelebt, gearbeitet und gedacht. Zumal wir unterschiedliche Stärken haben und uns ideal ergänzen. Die Entscheidung gemeinsam als Unternehmer zu arbeiten ist nicht nur eine für unseren Beruf, sondern eine bewusste Lebens-Entscheidung: Wir wollen gemeinsam über unsere Zeit entscheiden, unsere Ideen umsetzen und unser Leben aktiv gestalten. Das funktioniert gemeinsam, im Team, einfach am besten – und wir sind davon überzeugt, dass es auch auf Dauer gut geht.

2. Wie gehen Sie dmit um, wenn über Geschäftliches Uneinigkeit besteht?

Bei uns wird es dann gerne auch mal hitzig – wir sind zwei starke Charaktere mit viel Erfahrung und haben beide einen eigenen Kopf. Glücklicherweise einigen wir uns immer auf einen Weg, den beide mittragen wollen und können. Wir haben inzwischen intern ein Punktesystem eingeführt, um unnötige Diskussionen zu vermeiden: Wenn es um eine Entscheidung geht, bei der es offensichtlich ist, dass sie nur mir wichtig ist, muss mein Mann sagen wie (un)wichtig es ihm ist.

Ein Beispiel: Ich möchte unbedingt das Design eines Flyers in eine bestimmte Richtung entwickeln. Meinem Mann ist nur wichtig, dass der Flyer rechtzeitig fertig wird. Statt ihn stundenlang mit Ideen und Vorschlägen zu nerven, weil ich eigentlich immer einen Konsens suche, sagt er: „Ehrlicherweise ist das Thema für mich echt nur so eine 3“. Übersetzt heißt das „Du hast freie Hand, gib Bescheid, wenn der Flyer in Druck geht“. Auf einer Skala von 0 bis 10 bedeutet 10 „überlebenswichtig“ und 0 so etwas wie „100% irrelevant“. Dieses System hat uns bereits viel Zeit und Nerven gespart. Denn so weiß jeder, wann er im Alleingang handeln darf oder im Konsens entscheiden sollte

3. Haben Sie Tipps für Paare, die sich gemeinsam selbständig machen wollen, worauf sie achten sollten, um die Liebe sowohl zum Job als auch zum Partner dauerhaft erhalten zu können?

Regelmäßiges Reflektieren, ein paar Spielregeln und ehrliche Worte helfen. Mein wichtigster Tipp: Dinge laut aussprechen. Wenn ich zuhause gerade nicht über Business sprechen will, sage ich das – mein Mann kann mir die Unlust nicht ansehen, ich muss sie ihm mitteilen. Es bringt nämlich nichts, wenn ich so tue, als ob ich aufnahmefähig bin. Andererseits ist es auch wichtig, dass man Erfolge gemeinsam oder auch einzeln feiert und genießt – Freiraum und Freude sind genauso wichtig wie Ehrgeiz und Disziplin.

4. Was sollte man unbedingt vermeiden?

Die Grenzen zwischen den Rollen „Geschäftspartner“ und „Ehepartner“ sollte man nie verwischen lassen. Diese Trennung ist wichtig und richtig, denn nur so kann ich garantieren, dass ich stets ich selbst bin und in dem Moment die richtige Rolle einnehme. Ich gebe zwar im Business gerne den Ton an, zuhause darf mein Mann sich aber sehr gerne um den Handwerker kümmern und bei der Versicherung anrufen. Gemeinsam zu leben und zu arbeiten bedeutet eben auch, dass wir uns in unseren stärksten aber auch schwächsten Momenten kennen – es jedoch nicht gegeneinander verwenden.

5. Welche Auswirkungen hat die Corona-Krise auf ihre berufliche Zusammenarbeit und auf ihr Privatleben?

Ehrlichweise muss ich sagen, dass das Corona-Virus auf unsere Art der Zusammenarbeit keinen Einfluss hatte. Wir hängen ja sowieso 24 Stunden jeden Tag zusammen. Und da wir in einem Haushalt zusammenleben, konnten wir auch gemeinsam in unser Matica-Stammhaus fahren und dort gemeinsam ohne besondere Abstandsregeln arbeiten. Die ein oder andere Messe, die für uns gut gewesen wäre, konnten wir allerdings nicht besuchen.