Einkommensexperiment

Interview mit Philine Velhagen zu ihrem Einkommensexperiment

von Philine Velhagen

„Was verdienst du eigentlich?“ ist eine Frage, die Regisseurin Philine Velhagen für ihr Einkommensexperiment „Das Geld der Anderen“ Freunden gestellt hat. Eine einfache Frage oder vielleicht doch nicht? Philine Velhagen ist dafür bekannt, Hörspiele und Theatererlebnisse zu schaffen und zu inszenieren, die sich an der Grenze zwischen Realität und Fiktion bewegen. 

Philine, du hast dich bereits selbst abgehört, Wohnungen getauscht und jetzt sollte eine Gruppe von Freund:innen auch ihr Einkommen für einen Monat teilen. Klingt erst einmal unkompliziert. War es das auch?

Nein, gar nicht. Die ursprüngliche Idee war, das Geld im Freundeskreis so aufzuteilen, dass wir einen Einheitslohn haben. Wir werfen alles zusammen und teilen es durch die Personenzahl und fertig. Recht naiv, wie sich herausstellte. Und trotzdem gut, denn dadurch ist ein richtiger und wichtiger Aushandlungsprozess entstanden – auch wenn er hart war und wir am Ende nicht die große Umverteilung geschafft haben.

Was waren die größten Herausforderungen während des Experiments oder vielleicht sogar schon davor?

Dass die einfache Frage „Was verdienst du eigentlich?“ noch immer ein Tabu ist und erstaunlicherweise viele geantwortet haben: „Oh, ich weiß es gar nicht so genau.“ Und ich hatte das Gefühl bei Besserverdienern, bei der Frage, ob sie ihr Geld denn auch teilen würden, in eine Bittstellerrolle zu geraten. Das war eine große Hürde für mich. Durch diesen Prozess hat sich aber auch gezeigt, wie unser jeweiliges Verhältnis zu Geld ist und was eigentlich noch herausfordernder war als den eigenen Verdienst zu benennen: die Offenlegung der eigenen Ausgaben. Denn das Argument kam natürlich, dass die Besserverdienenden auch höhere Ausgaben haben, die sie am Ende nicht mehr decken können. Eine einfache Umverteilung war daher nicht möglich. Es musste ein transparenter Prozess sein. Wenn wir etwas ausgehandelt hatten, dann war es auch okay. Alle waren bei diesem Prozess dabei und am Ende damit einverstanden.

Eine Frage noch zum Schluss: Was verdienst du eigentlich?

Also am besten einfach das Feature hören, da sagen wir alle, was wir verdienen!

Hier geht’s zum Feature bei Deutschlandfunk Kultur