Unternehmensberaterin Uta Rohrschneider: Diversity ist auch eine Frage des Alters
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Unternehmensberaterin Uta Rohrschneider: Diversity ist auch eine Frage des Alters

Viele Unternehmen schmücken sich gerne mit Diversity. Gut, wenn sie damit nicht nur ihre Broschüren füllen, sondern auch ihre Büros, denn grundsätzlich gilt: Je unterschiedlicher die Teammitglieder, desto leistungsfähiger das Team!

Altersunterschiede sind meistens nicht, was einem beim Thema Diversity als erstes in den Kopf kommt, sondern eher Faktoren, wie Geschlecht, kultureller Hintergrund oder Persönlichkeit. Die eigene Erfahrungswelt von Generationen bringt jedoch sehr unterschiedliche Werte, Ansichten und Verhaltensweisen hervor, von denen altersheterogene Gruppen profitieren.

Der wahre Kern des Klischees

Die Tatsache, dass unterschiedliche Altersklassen in einem Team zusammenarbeiten, ist aber noch keine Garantie für bessere Ergebnisse. Die unterschiedlichen Eigenschaften und Wertesysteme führen viel zu häufig zu Konflikten und Missverständnissen. Im Unternehmensalltag werden die Alten von den Jungen eher belächelt. Die älteren Generationen dagegen schimpfen auf den angeblichen Werteverlust bei den Jungen.

Eine Sensibilisierung der Teams für das Thema ist nötig. Dabei geht es nicht darum, Generationenklischees aus dem Weg zu räumen, denn an ihnen ist meistens viel Wahres dran. Bei der Reflexion bestätigen die Generationen die vermeintlichen Klischees meistens als wichtige Werte und Haltungen.

Schnaps ist Schnaps und Arbeit ist Arbeit

Während die Jüngeren meistens nach Selbstverwirklichung, Flexibilität und Spaß streben, dreht sich die Welt der Älteren um Zuverlässigkeit, Fleiß und Ordnung. Ganz nach den Devisen: Arbeiten, um zu leben vs. leben, um zu arbeiten. Während die Älteren ein konkretes Ziel wünschen, wollen die Jüngeren nur einen Rahmen. Während die Jüngeren selbstbewusst die All-in-Mentalität vertreten, bei der der Arbeitsplatz von beruflicher Herausforderung bis hin zu Freundschaften alles bieten soll, heißt es bei den Älteren: „Schnaps ist Schnaps und Arbeit ist Arbeit“.

Wer sich dessen bewusst ist, kann die positiven Eigenschaften der jeweils anderen Generation als Mehrwert zu betrachten. Denn: Die Wege zum Ziel sind und dürfen verschieden sein, solange das Ziel am Ende gemeinsam erreicht wird.

Wissen teilen

Neben der Wertschätzung in der Zusammenarbeit ist ein systematischer Know-how-Austausch zwischen Jung und Alt wichtig, um Wissensverluste zu vermeiden. Dabei haben nicht nur die Digital Natives etwas zu bieten. Die Jüngeren profitieren genauso von den langjährigen Erfahrungen der Älteren. Monatliche Stammtische oder Mentoren-Programme können dafür einen passenden Rahmen bieten.

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