Anke Nennstiel: Wir wachsen nicht an Krisen, sondern daran, wie wir mit ihnen umgehen - Montagshappen
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Anke Nennstiel: Wir wachsen nicht an Krisen, sondern daran, wie wir mit ihnen umgehen

Eine Krise bezeichnet eine schwierige Lage, Situation oder Zeit, die den Höhe- und Wendepunkt einer gefährlichen Entwicklung darstellt. Ihre Überwindung ist im Begriff also schon angelegt. Mittendrin sind wir trotzdem erst einmal gefangen in Schock und Uneinsichtigkeit. Es braucht seine Zeit durch Akzeptanz und Einsicht, die ersten Schritte zu wagen. Man wächst am Ende nicht an der Krise an sich, sondern ihrer erfolgreichen Bewältigung.

Eine Krise durchläuft mehrere Phasen. Wer sie alle durchläuft, kann gestärkt aus ihr hervorgehen:

Erste Phase: Schock. Wir sind mit einem unvorhergesehenen Wandel konfrontiert und reagieren mit Überraschung, Angst oder Unverständnis.

Zweite Phase: Darauf folgt die Phase der Ablehnung.

Dritte Phase: Als erstes tritt die rationale Einsicht ein, erst dann folgt die

Vierte Phase: emotionale Akzeptanz, in der wir die Veränderung wirklich akzeptieren.

Fünfte Phase: Daran schließt sich eine Phase des Lernens an. Wir tasten uns heran, wie wir mit der Situation umgehen können und entwickeln eventuell sogar eine Neugier auf Neues.

Sechste Phase: Dann kommt die Erkenntnis, dass Veränderung auch etwas Gutes sein kann und wir können erste Erfolge verzeichnen.

Siebte Phase: Die letzte Phase ist die der Integration. Wir übernehmen die neuen Handlungs- und Verhaltensweisen in den Alltag. Wir sind persönlich gewachsen.

Posttraumatisches Wachstum

Die Psychologie spricht von einem posttraumatischen Wachstum, nach dem Menschen sich nicht nur von Krisen erholen, sondern nach einer gewissen Zeit ein höheres Level an geistig-seelischer Reife erreichen. Einige Forscher gehen davon aus, dass das eher die Regel als die Ausnahme ist. Es ist also nicht nur eine Floskel, die gebeutelten Menschen Trost spenden soll, die meisten Menschen gehen tatsächlich gestärkt aus Krisen hervor.

Gespräche helfen, Krisen besser zu überwinden

Am besten funktioniert die emotionale Verarbeitung, in dem wir dem Geschehenen eine kognitive Neurahmung geben. Aus dieser Umdeutung ergeben sich dann veränderte Denk- und Handlungsspielräume für die Zukunft. Ein solcher Prozess verläuft am besten im Rahmen von intensiver persönlicher Begleitung und auch dem Austausch mit Menschen, die Ähnliches erlebt haben.

Außerdem hilft es, Grenzen und Konventionen in Frage zu stellen. Und trotz der Krise eine klare Zielvorstellung zu haben, wo Sie aus dieser Krise heraus eigentlich am Ende hinwollen – auch wenn das zum gegebenen Zeitpunkt noch völlig unmöglich erscheint. Der, der das Ziel vor Augen hat, kann meistens mehr Kräfte mobilisieren, um die Krise aktiv zu überwinden und zu wachsen.

Daran erkennen Sie Ihr Posttraumatisches Wachstum:

  • Veränderte Prioritäten und größere Wertschätzung für das Leben.
  • Tieferes Wissen um die ureigenen Stärken.
  • Erkennen von neuen persönlichen Entwicklungslinien.
  • Engere Beziehungen zu anderen Menschen.
  • Spirituelle (Weiter-)Entwicklung.

Wenn Ihnen das Leben also mal wieder einen Haken schlagen will: Laufen Sie nicht weg. Nehmen Sie die Deckung hoch und schauen Sie nach vorn.

 

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