Christina Kropp: Wie schwer ist Ihr Schlüsselbund? - Montagshappen
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Christina Kropp: Wie schwer ist Ihr Schlüsselbund?

Job, Haushalt, Kinder, Haustiere, vielleicht sogar noch der Garten – wir haben meistens mit den „Standards“, die zum Leben eben so dazu gehören, schon alle Hände voll zu tun. Am Schlüsselbund hängt aber auch oft noch der Schlüssel des Elternhauses, vom Sportstudio oder vom Ehrenamt… und mit jedem Schlüssel gehen meist Verpflichtungen einher, die wir uns selbst einmal ausgesucht haben. Oder wir wurden überrumpelt, hatten nicht damit gerechnet, dass uns soviel Arbeit erwartet. Auf jeden Fall hinterfragen wir viel zu selten, welcher Schlüssel am Bund überhaupt noch zu unserem Leben passt.

Entrümpeln

Machen Sie es sich leicht. Das gilt nicht nur für all den Hausrat, den wir ansammeln. Geben Sie alles, was Sie ein Jahr nicht benutzt haben, einfach weg. Auch der Kreis der Menschen, mit denen wir uns umgeben, macht uns glücklich oder eben nicht. Statt sich immer wieder anderen gegenüber verpflichtet zu fühlen, nehmen Sie sich selbst wichtig. Sortieren Sie Menschen aus, wenn sie einfach nicht mehr zu Ihnen und Ihren Bedürfnissen passen. Die Energie können Sie in kraftspendende Zeit investieren. So manche Geburtstagseinladung ist, wenn wir ehrlich sind, eher eine Belastung als eine Freude. Das Gleiche gilt für Hobbys und Ehrenämter: Macht Ihnen die Tätigkeit tatsächlich noch Spaß oder ist es nur noch Gewohnheit oder Verpflichtung. Und kann um Himmels Willen nicht auch mal jemand anders im Sportverein das Auf- und Abschließen für Veranstaltungen übernehmen?

Weniger ist mehr

Auf meiner eigenen mehrwöchigen Radreise war ich begeistert, wie wenig ich wirklich brauche und welche Leichtigkeit sich so in ganz kurzer Zeit entfalten konnte. Würden wir für alles, was wir in unser Zuhause hineintragen, auch etwas raustragen und weggeben – also verschenken oder spenden – dann wäre das etwas, was uns entlastet und im wahrsten Sinne für Leichtigkeit sorgt.

Spätestens bei einem Umzug bemerken wir den Überfluss. Und je mehr Platz wir haben, desto mehr sammelt sich an. Wir bewahren jede Lüsterklemme auf, doch an dem Tag, an dem wir eine Lampe anschließen wollen sind wir uns nicht mehr sicher und kaufen schnell im Baumarkt eine neue Packung. Doch eine Erleuchtung kommt uns trotzdem nicht. Wir sammeln immer weiter über die Jahre.

Und auch den Garten, auf den wir nicht verzichten wollen, macht die meiste Zeit vor allem eins: Arbeit. Wann nehmen Sie sich die Zeit, sich in den Garten zu setzen und ihn einfach zu genießen?

Freiheit haben und Ballast abwerfen

Sind ein oder zwei kostbare Kontakte nicht viel besser als unzählige Freunde? Ist es nicht sinnvoll bei jedem Schlüssel, den wir an unseren Schlüsselbund hängen zu schauen, ob ein anderer nicht wegkann, statt ihn immer schwerer werden zu lassen – wörtlich und im übertragenen Sinne?

Für die Reise habe ich mein Unternehmen, Kunden, Mann, vier Kinder und meine ganzen anderen Verpflichtungen hinter mir gelassen, von denen ich im Alltag denke, ich könnte mich nicht von ihnen trennen. Ich müsste „mal eben noch schnell“ und nach ganz vielen „mal eben noch schnells“ ist der Tag auf einmal rum, ohne dass wir den Schlüsselbund einmal hin und die Füße hochgelegt haben oder uns auf Rennrad geschwungen haben – je nachdem was uns besser hilft, zu entspannen. Nachdem ich für mehrere Wochen alles delegieren musste, habe ich gemerkt, wie gut das bei manchen Dingen geht, an denen ich bisher festgehalten habe. Von denen ich dachte, dass das kann kein anderer übernehmen kann. Und das Schönste: Einiges davon habe ich auch nach meiner Rückkehr nicht wieder an mich gerissen und dadurch Freiheiten gewonnen.

 

 

 

 

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