Steffen Kirchner: Die Nationalmannschaft braucht neue Ziele – Montagshappen
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Motivationsexperte Steffen Kirchner: Die Nationalmannschaft und wir brauchen neue Ziele

Die Erwartungshaltung an die deutsche Nationalmannschaft und ihr Selbstanspruch ist so hoch wie schon lange nicht mehr. Sie startet in die WM unter unfairen Bedingungen und das nicht trotz, sondern gerade, weil sie den Weltmeistertitel verteidigt.

Verteidigen oder Angriff? Das sind zwei ganz unterschiedliche Vorgänge, auf die unser Körper mit verschiedenen Botenstoffen reagiert. Wer Angst hat, zu verlieren, was er hat, sei es ein Weltmeistertitel, einen bestimmten Status oder eine Provision, dessen Körper sendet im Kampfmodus vor allem Stresshormone aus.

Zur Not müssen wir neue Ziele erfinden

Es ist daher immer sinnvoller zu versuchen, etwas Neues zu erreichen. Dieses Neue zu definieren ist, wie bei einem Weltmeistertitel, nicht immer einfach. Und selbst bei Umsatzzahlen gibt es vielleicht Grenzen, die wir nicht aushebeln können. Was wir können: neue Bewertungskriterien für uns finden.

Für die Nationalmannschaft könnte das neu definierte Ziel sein, eine Doppelweltmeisterschaft zu erreichen. Direkt hintereinander ist das bisher nur Italien und Brasilien gelungen und das ist schon Jahrzehnte her. Dabei handelt es sich dann quasi um einen ganz neuen Titel.

Erschaffe etwas Neues, statt das Alte festzuhalten

Das Gleiche gilt für unser Leben: Sobald du Meister in einer Sache bist, werde wieder Schüler in einer anderen. Leider kopieren wir häufig nur, was schon da ist, zum Beispiel das erste Jahr unserer Berufserfahrung. Alle weiteren werden dann genau nach diesem Schema bestritten. Viel besser ist es, immer wieder etwas Neues zu lernen: eine Sprache oder Sportart – darin müssen wir noch nicht einmal meisterlich werden. Aber es ist nicht der Erfolg, der uns langfristig motiviert, sondern neues zu Lernen. Das kann auch an ein und derselben Stelle oder Position passieren, wenn wir unsere Aufgaben immer wieder neu erfinden oder uns neue Ziele in diesem Rahmen setzen.

Bei Löw könnte man sich auch fragen, was er noch erreichen will. Den Titel hat er ja schon, aber ein Erfolg kann auch ganz unabhängig davon sein, wie weit ich in einem Turnier komme, wenn ich dadurch eine neue Spielkultur schaffen und einen neuen Standard kreieren kann.

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