Steffen Kirchner: Keine Motivation durch Geschenke - Montagshappen
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Steffen Kirchner: Keine Motivation durch Geschenke

Die Weihnachtsfeier sehen viele Unternehmen als Gelegenheit, sich bei Ihren Mitarbeitern mit einem Geschenk zu bedanken. Das ist gut und drückt Wertschätzung aus. Mehr sollte es auch nicht sein. Denn wer glaubt, er könnte die Mitarbeiter mit tollen Geschenken motivieren, (weiterhin) tolle Leistung zu erbringen, irrt sich gewaltig. Geschenke die als „Belohnung“ gedacht sind, motivieren grundsätzlich nicht.

Belohnungen schaffen Abhängigkeit

Denken Sie jetzt bitte nicht, dass jede Form von Belohnung per se schlecht ist. Dem ist nicht so, nur zur klassischen Motivation taugt sie nicht – erst recht nicht, wenn regelmäßig belohnt wird, wie alle Jahre wieder auf der Weihnachtsfeier.

Warum ist das so? Eine Belohnung ist von Natur aus eine extrinsische – das heißt von außen kommende – Motivationsmethodik. Wer andere Menschen häufig belohnt, der zieht die Aufmerksamkeit des Empfängers von der eigentlichen Ursprungs-Motivation seiner inneren Handlung ab und richtet sie auf den von außen kommenden Impuls. Das gilt im Übrigen nicht nur für Geschenke, sondern zum Beispiel auch für Belohnung in Form eines Lobes.

Um es auf den Punkt zu bringen: Wenn Sie andere häufig durch Belohnungen motivieren wollen, erschaffen Sie nichts Anderes als Abhängigkeit. Denn nach und nach werden die Betreffenden automatisch auf extrinsische Belohnungs- und Motivationsimpulse warten – und das führt früher oder später dazu, dass sie nur noch in Abhängigkeit von äußerlicher Stimulierung handeln. Kurz gesagt: Der Patient hängt am Tropf. Seine Handlungsbereitschaft wird ausschließlich künstlich von außen am Leben gehalten.

Belohnungen wirken kontraproduktiv

Belohnung als Motivationsinstrument bringt zudem einen weiteren Nachteil mit sich: Das Ganze wirkt nur kurzfristig. Warum? Weil der Mensch ein Gewohnheitstier ist. Er gewöhnt sich also an die Belohnung, und sein Glücksgefühl darüber lässt immer mehr nach. Wenn Sie Ihren Mitarbeitern zum Beispiel regelmäßig einen Bonus zahlen, wird dieser quasi zur Normalität. Als Folge sinkt die Motivation des Mitarbeiters wieder – und zwar soweit, dass er am Ende weniger motiviert ist, als er es vor Erhalt der ersten Bonuszahlung war. Das heißt: Statt den Mitarbeiter weiter anzuspornen, wirken die Boni kontraproduktiv.

Und wie geht jetzt Motivation?

Stellt sich die Frage, wie man andere Menschen motivieren sollte? Kann man sie überhaupt motivieren? Tatsächlich können und müssen Menschen nicht motiviert werden, denn jede Person auf dieser Welt trägt einen inneren Schatz an Motiven und eigenem Antrieb in sich. Was wir für andere tun können ist, ihnen Wertschätzung entgegenzubringen – bedingungslos. So gesehen, tun Sie gut daran, Ihre Mitarbeiter zu beschenken – einfach, weil Weihnachten ist. Bloß machen Sie den Fehler nicht und bringen das mit einer Belohnung in Verbindung!

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