Marina Zubrod: Was ich mir wünsche – Das Grundrecht zu gründen
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Marina Zubrod: Was ich mir wünsche – Das Grundrecht zu gründen

In unserem Land beziehen sich Grundrechte darauf, wie Menschen oder Meinungen behandelt werden müssen. Aber leider nicht darauf, wie Menschen ihren Beruf ausüben können. Auch wenn Selbstständigkeit genauso ein Berufsmodell ist, wie Angestellter zu sein, ist diese Ansicht in unserem Gesellschaftsmanifest noch nicht verankert.

Jeder sollte die Chance haben, sich selbst mit einer Geschäftsidee zu verwirklichen

Derzeit erlebe ich mal wieder eine ganz intensive Phase meiner Karriere: Ich starte den zweiten Versuch, als Unternehmerin eine Geschäftsidee und gleichzeitig mich selbst zu verwirklichen. Um das Risiko der Selbständigkeit eingehen zu können, müssen viele Voraussetzungen gegeben sein: Es muss genug Geld da sein, der Partner und die Familie müssen mitspielen und die nötige Zeit muss aufgebracht werden können.

Ich bin in der Luxussituation, es mir leisten zu können. Aber leider geht das in unserem Land nicht jedem so. Viele Menschen haben zwar großartige Talente und Ideen. Sie können jedoch nicht aus ihrem Angestelltenverhältnis oder gar aus ihrem Leben mit Sozialhilfe ausbrechen und die Selbständigkeit einfach einmal versuchen. Denn sie müssen Familien ernähren, Mieten bezahlen und schlichtweg überleben, in einem Job, den sie nicht lieben, der sie nicht herausfordert und der ihnen nie eine finanzielle Unabhängigkeit ermöglichen kann. Mich macht das betroffen. Denn das Grundgesetz legt fest, dass wir alle gleich sind. Und das muss auch bedeuten, dass jeder Mensch, dieselbe Chance hat, zu entscheiden, wie er arbeiten will – selbstständig oder angestellt.

Gründen muss ein Grundrecht sein

Doch nur Gesetzgeber und Politik können das ermöglichen. Denn die jetzige Lage für jemanden, der eine Geschäftsidee hat, ist ernüchternd.
Den Gründerzuschuss von der Arbeitsagentur zum Beispiel gibt es nur für diejenigen sofort, die aus ihrem Angestelltenverhältnis entlassen wurden. Das heißt im Detail: Wenn ich eine Geschäftsidee habe, aber noch angestellt bin und finanzielle Gründungshilfe brauche, muss ich meinem Arbeitgeber das Leben und das Geschäft so versauen, dass er mir kündigt, um den Gründerzuschuss beantragen zu können. Alternativ kann ich natürlich auch selber kündigen. Damit ist aber drei Monate lang jegliche Unterstützung durch den Staat ausgeschlossen. Danach darf ich dann den Antrag stellen. Das ist aus meiner Sicht eine klassische Lose-Lose-Situation, die verärgert.

Unternehmer braucht das Land – für alle

Das ist nur eins von vielen Beispielen, anhand dessen ich verdeutlichen möchte, weshalb ein Unternehmen zu gründen ein unveräußerliches, dauerhaftes und einklagbares Recht werden sollte. Denn nur auf diesem Wege können wir das jetzige Sozialsystem aufrechterhalten. Durch welche Steuern wird es finanziert? Durch die, die Unternehmer bezahlen. Und nur mit vielen Unternehmern können wir unser Wertesystem aufrechterhalten.

Deshalb lautet mein frommer Wunsch diese Woche: Gründen muss zum Grundrecht werden, Unternehmer braucht das Land! Und alle brauchen den Mut, den zurzeit nur einzelne haben, ein Unternehmen zu gründen, Arbeitsplätze zu schaffen, Umsätze zu generieren und Mehrwerte zu schaffen. Ohne diese Mutigen ist unser Grundgesetz weniger wert und wir werden global zukünftig kaum noch wettbewerbsfähig sein.

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