3 Fragen an Rainer Wälde - Montagshappen
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3 Fragen an Rainer Wälde

Rainer Wälde ist nicht nur Mitbegründer und Vorsitzender des Deutschen Kniggerates, sondern berät auch Unternehmer, wie sie ihre Marke durch Persönlichkeit und Werte erfolgreich positionieren. Feste zu feiern ist davon auf jeden Fall ein wichtiger und dabei noch sehr schöner Baustein.

Herr Wälde, haben Sie den Eindruck, dass Feiern generell seltener geworden sind?

Ich beobachte, dass immer mehr Menschen anfangen, sich eine Feier „zu sparen“. Das ist sehr schade, denn Feste zählen in der Erinnerung von Menschen meistens zu den emotionalen Höhepunkten. Ein Fest auszurichten ist natürlich mit Aufwand verbunden. „Arbeit haben wir im Alltag ja schließlich genug“, heißt es dann. 

Außerdem hat sich das Motto „Geiz ist geil“ einer großen Elektronikkette tief eingeprägt: „Ichmichmeinermir“ – alles, was ich einsparen kann für andere Menschen, tut mir gut. Das ist allerdings eine Milchmädchenrechnung. Nur, wenn ich mich selbst und auch mein Gegenüber wertschätze, indem ich ihn beispielsweise einlade, kommt auch eine Kultur des Feierns und des Fröhlichseins, eine Kultur der Wertschätzung und des Respekts.

Warum ist es auch für Unternehmen wichtig, Jubiläen und Erfolge wirklich zu feiern?

In Unternehmen, aber auch bei Selbstständigen gehen Gipfelerfolge im Arbeitsalltag sehr schnell wieder unter. Wegen eines großen Projektes haben vielleicht andere Sachen gelitten, die jetzt dringend erledigt werden müssen. Dabei muss man den Erfolg gar nicht unbedingt feiern, wie er fällt. Man kann einen wichtigen Meilenstein auch später noch feiern, vielleicht mit vier Wochen später, aber tun sollte man es auf jeden Fall. Nach meinem ersten großen Projekt, bin ich zum Juwelier gegangen und habe mir selbst eine Uhr gekauft, die ich mir schon lange gewünscht habe. Das Gefühl werde ich nicht mehr vergessen. Das ist ein emotionaler Marker.

Bei Festen zieht das noch weitere Kreise: Wenn ich mir selbst etwas Gutes tue und dann noch andere an meiner Freude teilhaben lassen, verbindet das und baut Gemeinschaft. Ich schaffe eine Identifikation, die für Unternehmen immer wichtiger wird. Zu gönnen ist dabei ein wichtiger Punkt und die Gunst war und ist für viele Branchen ein wichtiger Faktor. Die Holländer haben beispielsweise in alter Seefahrertradition über Jahrhunderte vom Handel gelebt, da war immer wichtig, dass ein Handelspartner dem Dienstleister auch gegönnt hat, dass er etwas verdient. Wenn ich jemanden einlade, dann gönne ich ihm auch etwas. Dabei kommt es nicht darauf an, eine Balance zu schaffen und immer alles aufzurechnen, sondern sich in eine entspannte Großzügigkeit zu begeben.

Welche Anlässe sollte man auf jeden Fall feiern? Jubiläen und Weihnachtsfeiern sind ja eher so die Klassiker, die nur noch selten Begeisterungsstürme hervorrufen…

Das stimmt. Immer nur das Gleiche zu machen, das niemanden mehr wirklich erfreut, ist nicht sinnvoll. Man kann aber auch kreativer feiern: Statt jedes Jahr um die gleiche Zeit zur Weihnachtsfeier zu laden, kann man jedes Jahr ein anderes Ereignis groß machen. Bei uns war es letztes Jahr das Erntedankfest. Das kann aber auch ein Neujahrsfest sein oder man kann eigene wichtige Höhepunkte oder Erfolge im Jahr feiern. Oder Sie veranstalten einfach ein Monatsfest, bei dem alle als Team zusammenkommen. In gewisser Regelmäßigkeit ist das dann ein Abend, der Gemeinschaft schafft.

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