Martina Nieswandt: Lernt zu lernen! - Montagshappen
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Martina Nieswandt: Lernt zu lernen!

Märkte und Technologien verändern sich in Windeseile und somit auch die Anforderungen an jeden einzelnen Mitarbeiter. Schritt halten kann nur, wer zum Lernen bereit ist. Doch die Verantwortung liegt nicht allein bei Mitarbeitern. Unternehmen müssen sie dabei unterstützen, indem sie ihre Lernkompetenz und -kultur verbessern.

Die vergangenen zehn Jahren zeigen, dass viele ihre digitale Kompetenz irgendwie so nebenher erworben haben, um ihre Bankgeschäfte online abzuwickeln, ihren Urlaub digital zu planen oder ihr Heim smart zu machen. Im internationalen digital-naturwissenschaftlichen Wissenswettbewerb jedoch scheidet man auf diesem Qualifikationsniveau bereits in der Vorrunde aus. Für diese Herausforderung brauchen wir sowohl im Management als auch bei den Mitarbeitern eine ganz andere Haltung zum Lernen in der digitalen Welt!

Das Lernen verändert sich. Es geht weg von fest vorgeschriebenen, verschulten Lernprogrammen hin zum selbstgesteuerten, eigenverantwortlichen Lernen. Weil Mitarbeiter das aber bisher kaum gelernt haben, benötigen sie entsprechend Unterstützung. Ob Schule, Hochschule oder Unternehmen, das Lernen in Deutschland ist sehr verschult. Die große Herausforderung für Unternehmen ist daher, die Lernkompetenz und Selbstverantwortung ihrer Mitarbeiter zu fördern. Weil dieser Prozess jedoch nicht per Knopfdruck zu realisieren, sondern ein längerer Weg ist, müssen Unternehmen bezüglich ihrer Personalentwicklung umdenken.

Alte Pfade verlassen

Unterstützung benötigen sie hier von Führungskräften, die als Vorbilder agieren, ihre Erfahrungen teilen und so Mitarbeiter zum eigenverantwortlichen Lernen motivieren. Nur so können Mitarbeiter zu den dringend benötigten Impulsgebern und Wissensvermittlern im Unternehmen werden. Dafür müssen Personaler bei der Mitarbeiterrekrutierung und -entwicklung umdenken. Sie müssen weg von der Entwicklung von Lernprogrammen für und hin zu der Gestaltung mit Mitarbeitern.

Wer alte Pfade verlässt und nach und nach Mitarbeiter in die Pflicht nimmt, findet gemeinsam Antworten auf Fragen wie: Was verändert sich konkret in meinem Umfeld? Was muss ich lernen, um dieser Entwicklung folgen zu können? Oft spalten sich Mitarbeiter dabei in zwei Gruppen: Die einen, die sich nicht schnell genug weiterentwickeln können, und die anderen, die sich aufgrund ihrer Angst vor der Veränderung oder Bequemlichkeit selbst ausbremsen.

Schlüsselfaktor Eigenverantwortung

Vorausschauende Führungskräfte räumen die Ängste ihrer Mitarbeiter aus dem Weg. Denn der technische Fortschritt ist weder aufzuhalten, noch ist er bedenklich. Ganz im Gegenteil: Job-Profile verändern sich entweder zum Positiven oder werden überflüssig – um neue, kreativere und anspruchsvollere Aufgaben zu schaffen. Die Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern wird daher zukünftig eine der wichtigsten Unternehmensaufgaben sein.

Zwischen dieser Entwicklung und der digitalen Bildung klafft in der Realität bei Unternehmen eine große Lücke. Zwar gibt es in vielen Organisationen eine lange Historie zum computerbasierten Lernen. Damit Mitarbeiter diese Lernmaßnahmen in ihren Arbeitsalltag aber integrieren können, sollten sie praxisorientiert und flexibel sein. Das heißt, kompetenzorientiertes Lernen findet im Arbeitsprozess statt, ausgerichtet am konkreten Bedarf der Mitarbeiter. Und genau hier hapert es, da Unternehmen häufig das Know-how zur Umsetzung fehlt.

Wer sich dieser Entwicklung verschließt, wirkt weder dem Fachkräftemangel entgegen, noch wird er in absehbarer Zeit über notwendige Qualifikationen verfügen – und so nicht mehr die Marktanforderungen erfüllen. Denn gut ausgebildete Mitarbeiter werden mehr denn je über den Erfolg eines Unternehmens entscheiden.

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