Mona Schnell: Weniger Fernsehen – mehr Zeit? - Montagshappen
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Mona Schnell: Weniger Fernsehen – mehr Zeit?

Kennen Sie das Gefühl, dass am Ende des Tages noch so viel Arbeit übrig ist? Und trotzdem haben sie „keine Zeit“ für Freizeitaktivitäten. Sie sind abends erschöpft, schaffen es nur noch bis zum Sofa und drücken gefühlt mit letzter Kraft auf die Fernbedienung Ihres TV-Geräts. Im Kino waren Sie schon ewig nicht mehr. Dafür verpassen Sie regelmäßig die Yogastunde und auf Ihrem Nachttisch stapeln sich Bücher, die Sie schon längst mal lesen wollten?

Tagesschau, Fußball und Netflix

So, oder so ähnlich sah es bei mir aus. Ich schaffte abends gerade noch die Tagesschau, um „informiert“ zu sein, Fußballübertragungen oder die neue Netflix-Serie. Ausreden habe ich alle durch. Ich bin abends einfach zu müde, um noch was zu unternehmen. Ich kann super abschalten, wenn der Fernseher läuft. Ich kann mich nach der Arbeit auf kein Buch mehr konzentrieren… Kurzum, meine Zeit wurde immer knapper und ich stetig unzufriedener. Höchste Zeit also, um etwas zu ändern. Mitte November habe ich mich dann gefragt „warum mit den guten Vorsätzen bis zum Jahresanfang warten?“ und beschlossen, schon einmal einen Probelauf zu starten.

Bin ich Fernsehsüchtig?

Es ist mir ein bisschen peinlich, aber das war gar nicht so einfach. Vielleicht lieben Sie, wie ich, die Serie „Pastewka“ und haben herzlich darüber gelacht, als seine Freundin ihm sagt, er sei fernsehsüchtig. Er will ihr das Gegenteil beweisen und fährt sogar mit ihr zum Camping. Während seiner Abwesenheit soll aber der Kioskbesitzer an der Ecke das Fernsehprogramm aufzeichnen. Ich fand’s skurril. Aber als ich am ersten Abend ohne Flimmerkiste seit langem überlegte „was mache ich denn jetzt?“, kam ich mir ein bisschen vor wie er. Blöd nur, dass ich mich selbst nicht bescheißen konnte.

Energiekiller Fernsehen

Inzwischen sind es rund drei Wochen und ich habe meinen Fernseher nur einmal für einen Film angemacht, den ich unbedingt sehen wollte. Danach hatte ich genug. Am schönsten war aber das plötzliche Gefühl: Ich habe Zeit. Und inzwischen war ich einmal im Kino, zweimal pro Woche beim Yoga, habe zwei Bücher gelesen, zwei E-Books verschlungen und drei Audiobooks gehört. Außerdem habe ich an einem Online-Kurs für eine gute Altersvorsorge teilgenommen und fast jeden Tag selbst und gesund gekocht. Gar nicht so schlecht, oder?

Ich geb’s zu. Am Ende des Tages ist immer noch viel Arbeit übrig. Aber die klappt einfach viel besser, seit ich mehr Ausgleich habe, der mir Energie gibt und nicht entzieht, wie das Fernsehen.

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