Montagshappen-Interview: 5 Fragen an Eva Bauerschmidt, Pressesprecherin von BSH Hausgeräte - Montagshappen
1681
post-template-default,single,single-post,postid-1681,single-format-standard,cookies-not-set,qode-news-1.0,ajax_fade,page_not_loaded,,qode-child-theme-ver-1.0.0,qode-theme-ver-12.0.1,qode-theme-bridge,wpb-js-composer js-comp-ver-5.4.2,vc_responsive
 

Montagshappen-Interview: 5 Fragen an Eva Bauerschmidt, Pressesprecherin von BSH Hausgeräte

Elektrogeräte für den Haushalt leisten heute eindeutig mehr als noch vor 20 Jahren, doch die gute deutsche Qualität von einst wird häufig vermisst. Eva Bauerschmidt, Pressesprecherin für den deutschen Markt der BSH Hausgeräte GmbH mit den Marken Bosch und Siemens, beantwortet für die Montagshappen Fragen zum Label „Made in Germany“, den Lebenszyklus von Produkten und das Thema Nachhaltigkeit.

1. Ist Bosch noch „Made in Germany“ und ist das, wie früher, immer noch ein Qualitätsmerkmal?

Für uns und viele unserer Konsumenten ist „Made in Germany“ auf jeden Fall ein relevantes Qualitätssiegel. Es gibt Nutzern Orientierung und verdeutlicht unseren Qualitätsanspruch. Heute ist die BSH Hausgeräte GmbH mit ihren Hauptmarken Bosch und Siemens ein internationales Unternehmen mit deutschen Wurzeln. Dabei verfolgen wir den Ansatz, möglichst regional für den lokalen Markt zu produzieren. Denn nur so können wir die Konsumentenwünsche im jeweiligen Markt wirklich erfüllen. In Deutschland haben wir sechs Fertigungsstandorte. Insgesamt produzieren wir in 42 Fabriken für die internationalen Märkte. Unseren hohen Qualitätsanspruch erfüllen alle Produktionsstätten gleichermaßen. Konsumenten müssen sich in jedem Land auf die Qualität unserer Marken verlassen können. Nicht umsonst ist Zuverlässigkeit Teil unseres Wertekanons.

2. Wir hören in unserem Alltag immer wieder den Satz „Früher war alles besser“. Und Studien zeigen, dass Haushaltsgeräte oft direkt nach Ablauf der Garantie kaputtgehen. Haben Produkte heute wirklich eine kürzere Lebensdauer als früher?

Wenn man genau hinsieht, wird schnell klar, dass es sich bei solchen Aussagen um ein Klischee handelt. Alle Hersteller werden in einen Topf geworfen, was vielen natürlich nicht gerecht wird. Unsere Geräte werden grundsätzlich auf langlebig ausgelegt. Geplante Obsoleszenz, das heißt ein bewusst herbeigeführtes Veralten, gibt es bei den Marken der BSH nicht. Unsere großen Hausgeräte sind laut unabhängigen Studien im Durchschnitt 13 Jahre im Erstgebrauch, bei kleinen Hausgeräten sind es je nach Typ fünf bis 15 Jahre. Die BSH stellt zudem eine schnelle Ersatzteilversorgung für alle wesentlichen Funktionsteile für mindestens zehn Jahre nach Fertigung des letzten Geräts sicher. Dabei bedeutet der Geräteaustausch nicht unbedingt, dass das Gerät kaputt ist. Die Anschaffung eines neuen Geräts erfolgt häufig wegen besserer Funktionalitäten oder niedrigerer Verbrauchswerte.

3. Fakt ist, dass viele Menschen ihre Elektrogeräte auch zu früh entsorgen, also auch dann, wenn sie noch voll funktionsfähig sind. Für die Wirtschaft ist das natürlich gut. Aber dafür ist der Nachhaltigkeit wenig genüge getan. Was raten Sie Käufern, ab wann lohnt es sich wirklich, ein altes Gerät zu ersetzen?

Es gibt objektive Kriterien, wann ein Produkt ersetzt werden muss: Ist das Produkt nicht mehr voll funktionsfähig oder hat es einen Defekt, der einen Schaden verursachen kann? Solche Geräte fliegen raus, denn Kurzschlüsse oder Wasserschäden sollten Konsumenten nicht riskieren. Produkte aufgrund einer besseren Energieeffizienz zu ersetzen ist generell sinnvoll. Dennoch ist die genaue Bestimmung der Energiebilanz für Verbraucher nicht einfach. Unsere Produkte haben eine lange Lebenszeit und sind nicht darauf ausgelegt, im Abstand weniger Jahre durch das jeweils neuere, energieeffizientere Produkt ersetzt zu werden. Denn auch die Entsorgung des alten und die Produktion eines neuen energieeffizienteren Produktes, müssten in diese Kalkulation einfließen. Das dürfen Konsumenten nicht vergessen.

4. Wie sehr setzt die BSH Hausgeräte in der Entwicklung ihrer Geräte auf Nachhaltigkeit?

Nachhaltigkeit und Verantwortung sind Werte, die wir uns auf die Fahne geschrieben haben. Wir handeln verantwortlich im Interesse unseres Unternehmens und berücksichtigen dabei die Auswirkungen auf Gesellschaft und Umwelt. Wir wissen, dass wir ohne eine nachhaltige Denk- und Handlungsweise in Zukunft nicht erfolgreich sein können. Ziel ist eine klassische Win-Win-Situation: Technologie ist unser Brot- und Buttergeschäft, gleichzeitig nutzen wir Technologie, um die Lebensqualität der Konsumenten weltweit mit innovativen Hausgeräten, herausragenden Marken und erstklassigen Lösungen zu verbessern.

5. Was können Haushaltsgeräte heute, was sie früher einfach nicht konnten. Sprich, warum sind sie besser als sagen wir vor 20-30 Jahren?

Neben besserer Energieeffizienz und höherem Funktionsumfang bietet das Thema Vernetzung den größten Mehrwert für den Konsumenten. Auf der einen Seite bringen smarte Funktionen mehr Sicherheit. Eine Waschmaschine, die selbstständig Bescheid gibt, wenn ein möglicher Wasserschaden auftritt, kann eine böse Überraschung vermeiden. Durch einen Blick auf die App, können Nutzer zu jedem Zeitpunkt beruhigt sein, denn sie wissen, ob alle elektrischen Geräte sicher ausgeschaltet sind. Auf der anderen Seite bringen intelligente Produkte ein Mehr an Lebensqualität. Alltägliche Aufgaben lassen sich einfach mit weniger Aufwand verrichten. Der Braten gart komplett überwacht und mobil gesteuert während der Nutzer noch auf dem Heimweg ist und der Staubsaugerroboter erledigt seine Arbeit unauffällig ganz nebenbei. Dabei sind das nur die naheliegendsten Funktionen. In Zukunft werden die Angebote mehr sein als reine Hardware. Unser Ziel sind digitale Lösungen, die das Leben unserer Konsumenten leichter machen.

No Comments

Sorry, the comment form is closed at this time.