Susanne Groth: Netzwerken als Lernbeschleuniger für Wissensaufbau
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Susanne Groth: Netzwerken als Lernbeschleuniger für Wissensaufbau – digital und analog

Netzwerken ist in. Ein Profil auf Plattformen wie LinkedIn und XING zu pflegen gilt heute als Standard und gehört zum kleinen Einmaleins in der Berufswelt. Was die einen als moderne Visitenkartenbox zur Kontaktverwaltung und -pflege nutzen, ist für andere noch viel mehr, nämlich die Quelle für aktiven Wissenserwerb und Wissensaufbau. Und tatsächlich wirkt das Lernen in Netzwerken wie Lernguarana. Ob das Netzwerk dabei online oder offline aktiv ist, sich virtuell austauscht oder persönlich trifft, ist dabei unerheblich. Bei der Entscheidung für eine solche Interessensgruppe ist lediglich ausschlaggebend, auf welche Art und Weise man sich am liebsten mit einem Thema beschäftigt und es mit anderen bespricht. Bin ich eher der Typ, der den persönlichen Kontakt sucht und auch die Zeit dafür aufbringen kann oder arbeite ich lieber online und dafür mit Menschen aus unterschiedlichen Orten, Ländern und vielleicht auch Kulturkreisen?

Das passende Netzwerk finden

Bei der Auswahl des Netzwerks hat man dann die Qual der Wahl. An „Meetups“ beispielsweise kommt man fast gar nicht mehr vorbei. Sie sind meistens für den Einstieg in ein Themengebiet sehr gut geeignet und man trifft hier auf Gleichgesinnte. Ein fester Kern bildet sich jedoch eher selten, was am Konsumcharakter dieser Veranstaltungen liegen mag. Thematisch geht es in den Diskussionen selten in die Tiefe und die Verbindung zueinander ist eher lose. Manche vergleichen Meetups sogar mit Fernsehen, bei dem man nach Lust und Laune auf einen anderen Kanal umschalten kann.

Spannende Lern-Netzwerke können sich aus Online-Veranstaltungen wie beispielsweise MOOCs ergeben, wie das Beispiel der Corporate Learning Community zeigt. Aus einem Online-Lernangebot das auf die Dauer von 12 Wochen angelegt war, bildete (und bildet) sich eine äußerst aktive und rege Gemeinschaft von Menschen, die sich mit Themen rund um das Lernen im digitalen Zeitalter beschäftigen. Begeisterte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kommen on- wie offline zusammen, um an selbstgewählten Themen zu arbeiten und, um diese zu diskutieren.

Twitter als Lerntool

Auch Twitter gehört übrigens zu den Top Lernquellen, wie die Umfrage der Lernexpertin Jane Hart aus Großbritannien jedes Jahr aufs Neue bestätigt. Wie? Twitter? Ist das nicht die Plattform mit den unsäglichen Posts von Menschen, die hier Nabelschau betreiben oder sich sonst wie in den Mittelpunkt rücken? Nein, wenn man bei der Auswahl der Menschen, denen man folgen möchte, sorgfältig und gezielt vorgeht. Fragen, die man sich dabei stellen kann sind: wWer gehört zu meinen Themenexperten? Von wem möchte ich gerne lernen? Wer ist ein bekannter Autor, Journalist, Professor oder anderweitig interessant und relevant für mich? Da gerade diese Menschen oft miteinander vernetzt sind, bekommt man von ihnen wirklich taufrische Informationen. Und dann lesen Sie Twitter wie eine Tageszeitung: Überfliegen Sie die Beiträge und steigen Sie nur in diejenigen tiefer ein, die wirklich für Sie interessant sind. Häufig werden weiterführende Links zu Artikeln oder Blogs angegeben, mit denen Sie weiterarbeiten können. Und schließlich werden Sie Ihre eigenen kleinen Beiträge schreiben und posten. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass Sie sich mit den Inhalten kritisch und aktiv auseinandersetzen. Die Lernschleife beginnt.

Erfolgsfaktoren: Mut und Tun

Durch die multisensorische Auseinandersetzung auf solchen Plattformen werden viele unterschiedliche Sinne angesprochen und das liebt unser Geist, denn je vielfältiger wir uns mit einem Thema befassen, desto mehr bleibt hängen. Und kaum eine Methode wie die Diskussion – sei es schriftlich oder mündlich – zahlt besser auf den Wissenserwerb und Wissensaufbau ein.

Tanzen lernt man nur durch tanzen. Schwimmen nur durch schwimmen. Und genauso verhält es sich mit allen anderen Themen. Wer aktiv ist, wird einen tatsächlichen Lernerfolg verzeichnen können. Und deswegen bietet das Lernen in engagierten Netzwerken ein ungeheures Potential für jeden. Das einzige, das man dafür braucht, ist ein bisschen Mut. Mut, sich zu zeigen und mit anderen ins Gespräch zu kommen. Sich einzubringen und seine Meinung zu teilen. Doch auch scheue und eher zurückhaltende Menschen werden hier recht bald eine positive Lernerfahrung machen. Denn in gut moderierten Runden steht der Erfolg der Gruppe im Mittelpunkt und es wird auf Augenhöhe, mit gegenseitigem Respekt diskutiert. Dieser Erfolgsfaktor hält auch in Unternehmensnetzwerken mehr und mehr Einzug und wirkt sich positiv aus. Durch den Abbau von Hierarchien – oder zumindest einer Begegnung mit gegenseitigem Respekt und Achtung – wird es möglich, dass alle Beiträge eine Bedeutung haben. Wertvolle Diskussionen entstehen dann, wenn unterschiedliche Perspektiven ihren Platz bekommen. Und daraus entwickeln sich neue Ideen und Innovation.

Es lohnt sich also, sich nach passenden Menschen und Netzwerken umzusehen. Für den eigenen Erfolg und für den der anderen. Denn gemeinsam lernen und wachsen, das macht immer noch am meisten Freude.

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