Steffen Kirchner: Mehr Partnerschaft – weniger Beziehung
434
post-template-default,single,single-post,postid-434,single-format-standard,cookies-not-set,qode-news-1.0,ajax_fade,page_not_loaded,,qode-child-theme-ver-1.0.0,qode-theme-ver-12.0.1,qode-theme-bridge,wpb-js-composer js-comp-ver-5.4.2,vc_responsive
 

Steffen Kirchner: Haben Sie noch eine Beziehung oder führen Sie schon eine Partnerschaft?

Führen Sie eigentlich mit Ihrem Lieblingsmenschen eine Partnerschaft, oder eher eine Beziehung? Die Antwort auf diese Frage ist essentiell für Ihren Lebenserfolg. Im alltäglichen Sprachgebrauch werden die beiden Begriffe oft unbedacht sinngleich verwendet. Es gibt jedoch einen großen Unterschied zwischen einer Beziehung und einer Partnerschaft. Im Wort Beziehung steckt schon das Wort „ziehen“, was sehr schön veranschaulicht, wie es in so einer Form des Zusammenlebens zugeht. Man ist zusammen, weil der eine vom anderen etwas braucht. Daher zieht man gegenseitig aneinander. Und wenn man nicht sehr achtsam miteinander umgeht, zerreißt die Verbindung oder das Herz eines oder sogar beider Beteiligten.

Selbst in Beziehungen fühlen Menschen sich innerlich oft wie zerrissen. Kein Wunder, wenn die Verbindung auf einer defizitären Haltung basiert. Denn wer Verbindungen eingeht, um in erster Linie etwas zu bekommen, führt keine Partnerschaft, sondern betreibt Handel. Der wiederum ist im zwischenmenschlichen Bereich nur selten zielführend, das Ende vorprogrammiert

Quantensprung Partnerschaft

Damit im Miteinander etwas Langlebiges und Befriedigendes für beide Menschen entsteht, ist der Quantensprung von der Beziehung zur Partnerschaft notwendig. Eine Partnerschaft geht man im Gegensatz zur Beziehung nicht deswegen ein, weil man etwas braucht, sondern weil man erstens mit jemandem etwas Gemeinsames gestalten möchte, und weil man zweitens dafür etwas zu geben hat. In dieser Konstellation wird nicht aneinander gezogen, sondern man hilft sich gegenseitig, sich gemeinsam zu entwickeln, sich frei zu entfalten, ohne dabei ständig ein Defizit des Partners ausgleichen zu müssen.

Das Fundament: Meine Werte – aber auch Deine!

Jeder Mensch entscheidet sich, bewusst oder unbewusst, für die Werte, die persönlich die größte Priorität haben: Familie, Anerkennung, Ordnung, Sparsamkeit oder vieles mehr. Zur Zerreißprobe kommt es, wenn wir die Werte unseres Partners nicht akzeptieren, versuchen, sie zu unterdrücken, zu bekämpfen oder im schlimmsten Fall, sie durch unsere eigenen, „richtigen“ Werte zu ersetzen.

Wir führen jedoch nur ein glückliches Leben, wenn wir unsere eigenen Werte so optimal wie möglich leben können. Wenn andere Personen unsere Werte bekämpfen, kämpfen wir zurück. Die Folgen sind Stress und Streit. Anderen Leuten unsere Werte aufzuerlegen hat nichts mit Liebe und Partnerschaft zu tun, sondern vielmehr mit dem Versuch einer Erziehung. Auf Dauer führt dieser Weg aber unvermeidlich zu einer (emotionalen) Trennung, denn Menschen wollen sich nicht gerne erziehen lassen.

Leben und leben lassen

Versuchen Sie, ihre eigenen Werte so optimal wie möglich zu leben. Tun Sie das, ohne dabei aber andere Menschen zu verletzen. Verlangen Sie nicht von anderen, Ihnen zu liebe Ihre Werte zu teilen, obwohl es nicht deren Werte sind. Das verursacht keinen Spaß, sondern Schmerz. Erlauben Sie gleichzeitig Ihren Mitmenschen, dass sie ihre Werte im Leben so gut wie möglich ausleben können, auch wenn Sie andere Prioritäten gesetzt haben. Denn Partnerschaft funktioniert nur durch Freiheit, Toleranz und Vertrauen – nicht durch Erziehung, Forderung und Belehrung. Doch trotz aller Unterschiedlichkeit sollte es auch einen gemeinsamen Nenner geben. Prüfen Sie, ob es zwischen Ihnen und Ihrem Partner auch gemeinsame Werte gibt, die Sie vielleicht wieder gemeinsam entdecken und dann pflegen müssen.

No Comments

Sorry, the comment form is closed at this time.